Making Of:
Wie entstand die Serie Elfenzeit?
(aus der Sicht von Uschi Zietsch/Susan Schwartz)
Wenige Tage vor der Buchmesse Leipzig im März 2007 rief mich völlig überraschend Klaus N. Frick an, der Chefredakteur des Pabel-Moewig Verlags. »Kannst du dich erinnern, dass wir vor Jahren mal über eine Fantasy-Serie gesprochen haben?«
Natürlich konnte ich das, auch wenn es tatsächlich eine ganze Weile her war.
»Nun«, fuhr er fort, »wir hätten da einen tollen Titel: Elfenzeit. Hättest du Lust, dir dazu etwas einfallen zu lassen? Müsste aber schnell gehen, da ich in Leipzig mit einem interessierten Verlag verabredet bin und das Projekt präsentieren möchte.«
Bis dahin waren es noch knapp drei Wochen, und ich war selbst dort mit einem Stand vertreten, erwartete unsere Neuerscheinungen, steckte in den Vorbereitungen und musste noch einen Schreibauftrag fertigstellen. »Ähm ... was hättest du denn gern in etwa?«
»Ach, es sollte auch mit Vergangenheitsreisen zu tun haben, könnte ich mir vorstellen.«
Nach ein paar weiteren Fragen meinerseits über die Möglichkeiten wusste ich: Das ist es! Wovon ich schon so lange geträumt habe – die Verbindung der Realität mit der Magie, und dazu noch alle Mythen dieser Welt.
Seit meiner Kindheit bis heute sammle ich Märchen, Mythen, Sagen und Legenden aus aller Welt. Und natürlich liebe ich die keltischen Faeries ganz besonders! Das alles einmal miteinander zu verknüpfen und als etwas »Alltägliches« zu präsentieren, schwebte mir seit vielen Jahren vor. Nun sollte es Wirklichkeit werden!
Doch davor stand eine Menge Arbeit: »Ein Probetext von 30 Seiten sollte übrigens auch dabei sein.«
Eine echte Herausforderung ... Aber warum sollte es mir anders ergehen als meinen Heldinnen und Helden? Kann man ihre Nöte nicht eindringlicher beschreiben, wenn man sie selbst durchlebt hat?
Wenige Tage später fuhr ich mit meinem ersten kurzen Konzept samt Handlungslinie und Überbau zum Verlag nach Rastatt zur Besprechung. Wir waren uns schnell einig: So würde die Idee funktionieren.
Also entwickelte ich das Rahmenexposé mit den Vorbemerkungen, den Bedingungen, Handlungsschauplätzen, Orten, Personen und ersten inhaltlichen Details. Dazu kamen Datenblätter über die Elfen. Und nicht zuletzt der Probetext, sprich der Beginn des ersten Romans – in Paris sollte er spielen, der mondänen Stadt, Zentrum der Emotionen.
Außerdem kenne ich Paris gut. Für den Beginn brauchte ich kaum Recherche zur Stadt, das meiste holte ich mir aus dem Gedächtnis und aus meinem Reisealbum mit Fotos und Bericht. Der Anfang schrieb sich wie von selbst.
Ich kann heute nicht mehr sagen, wie ich das alles in der kurzen Zeit geschafft habe. Das meiste ist im Nebel verschwunden, ich war etwa zehn Tage lang nicht mehr bei mir, und ich schlief kaum.
Aber der Einsatz lohnte sich. Kurz darauf begannen die Autorensuche und die Exposéarbeit, das Rahmenkonzept musste vertieft werden, und so ganz nebenbei musste ja auch noch der erste Roman fertig geschrieben werden ...
Die beiden Co-Autoren für die Folgebände arbeiteten gleichzeitig mit mir in beängstigender Geschwindigkeit, wir mussten regen Kontakt halten, um uns bei dem Verlauf abzusprechen. Dadurch spornten wir uns gegenseitig an, alles termingerecht zu schaffen.
Bei mir liefen zunächst alle Fäden zusammen: Als Chefautorin musste ich die Texte zuerst prüfen, ob alle Zusammenhänge und Begriffe stimmten, bevor ich sie an die Redaktion weiterleitete.
Und das ist eine tolle Sache: Zuerst schreibt man das Exposé, das ein anderer Autor umsetzt - und dann erlebt man mit viel Spannung, was aus der eigenen Idee geworden ist. Es ist mehr Kreativität, als ich zu träumen gewagt hätte, und ich kann ohne Übertreibung sagen: Wir können sehr stolz auf das Ergebnis sein.
Und so wird es Band für Band spannend weitergehen, es gibt noch viele interessante Schauplätze, Mythen und Herausforderungen. Und selbstverständlich wird sich die Geschichte weiterentwickeln...